„Luxemburg ist auch ein wichtiger Schritt auf dem Weg zur IKA“ Foto: VKD

Wir stellen die Mitglieder der deutschen Köche-Jugendnationalmannschaft vor: Seit Januar ist der 21-jährige Küchenchef im Gasthaus Höcherberg im saarländischen Bexbach und hat sich einiges vorgenommen – dort und im Team Germany.

Carlos Leon Jacob Foto: VKD/Grundrausch
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Interview Aina Keller

Carlos, wieso bist du Koch geworden? 

Zum einen habe ich schon sehr früh gern gekocht und mit 14 oder 15 angefangen, im Garten zu smoken und Sachen auszuprobieren. Dann hat meine Cousine eine Ausbildung im Hotel begonnen und mir vorgeschlagen, in den Schulferien ein Praktikum zu machen. Ich hatte einen guten Ausbilder und so viel Spaß, dass daraus mein Beruf wurde. Außerdem komme ich aus einer gastronomisch geprägten Familie, Lebensmittel waren bei uns schon immer Thema. Sowohl mein Opa als auch mein Vater und Onkel sind Metzgermeister. Vor rund 40 Jahren haben sie ein Cateringunternehmen gegründet, allerdings gab es bis dahin keinen Koch in der Familie. Ich mag, dass Kochen viel mit Gefühl zu tun hat. Natürlich braucht man handwerkliche Grundlagen, aber man kann frei arbeiten und seinen eigenen Stil entwickeln. Genau das macht mir Spaß. 

Foto: VKD/Grundrausch
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Gibt es etwas, das du besonders gerne zubereitest? 

Soßen. Ich liebe es, Soßen zu kochen, sie können ein Gericht enorm aufwerten. Mein Ausbilder hat einmal zu mir gesagt: „Carlos, mit einer guten Soße kannst du auch ein mittelmäßiges Stück Fleisch retten.“ Dieser Satz ist bei mir hängen geblieben. Butter geht auch immer, ich glaube, das ist so ein Koch-Ding. Sie ist einfach unglaublich vielseitig. Gleichzeitig habe ich orientalische Aromen und Produkte für mich entdeckt und finde es spannend, was heute mit Gemüse möglich ist. Ein vegetarisches Gericht kann genauso gut ein vollwertiger Hauptgang sein. 

Und wie sieht es mit deinem eigenen Lieblingsessen aus? 

Also, früher war ich wählerisch und habe überhaupt nicht gern gegessen. Das hat sich während meiner Ausbildung komplett verändert. Ich durfte unglaublich viel probieren und habe entdeckt, was es alles gibt. Wenn man möchte, lernt man in der Ausbildung in kurzer Zeit wahnsinnig viel. Dafür bin ich dankbar. Ein erklärtes Lieblingsessen habe ich nicht, aber ich liebe Soulfood, zum Beispiel Rouladen, und natürlich Dippelappes. Das ist ein saarländisches Gericht aus Kartoffelmasse mit viel Lauch und Speck, dazu Apfelmus. Es wird immer wieder gerührt und vom Boden gelöst und darf ruhig ein bisschen angeröstet sein. Das ist einfach richtig gutes Essen. 

Wie bist du zur Köche-Nationalmannschaft gekommen? 

Mein Ausbilder Daniel Schöfisch war selbst vor einigen Jahren in der Nationalmannschaft, durch ihn habe ich erfahren, dass es diese Wettbewerbswelt überhaupt gibt. Später habe ich die Landesmeisterschaft gewonnen und bin zur Deutschen Meisterschaft fahren, für die mich damals bereits Tobias Laabs trainiert hat. So hat sich das Schritt für Schritt entwickelt. An der Mannschaft gefällt mir besonders gut, dass jeder seine eigenen Stärken mitbringt und wir uns damit gegenseitig besser machen. Man lernt ständig Dinge, mit denen man sich allein vielleicht gar nicht beschäftigt hätte. Unsere Patissière Julia hat mir beispielsweise gezeigt, wie sie bestimmte Techniken anwendet und ich sie auf meinen Bereich übertragen kann. Genau das finde ich spannend: Man lernt voneinander und nimmt automatisch Dinge aus anderen Disziplinen mit. 

Der Culinary World Cup steht vor der Tür, was erwartest du von diesem Wettbewerb? 

Natürlich ist das etwas anderes als ein normales Training, aber wir arbeiten inzwischen seit fast zweieinhalb Jahren darauf hin und ich bin ziemlich optimistisch. Entscheidend wird der Teamgeist sein. Wenn wir zusammenhalten, motiviert bleiben und sagen: Wir schaffen das, wir geben Gas, dann haben wir schon sehr viel von dem, was wir brauchen. Natürlich wollen wir so erfolgreich sein wie möglich, aber genauso wichtig ist mir, dass wir als Team noch enger zusammenwachsen und Erfahrungen sammeln. Wir sind ein junges Team und erleben einen Wettbewerb dieser Größenordnung gemeinsam zum ersten Mal. Luxemburg ist deshalb auch ein wichtiger Schritt auf dem Weg zur IKA/Olympiade der Köche. Wir wollen unser Bestes geben und dann sehen wir, was dabei herauskommt. 

National Culinary Team Germany     Team-News


Die deutsche Köchenationalmannschaft wird unterstützt von den Unternehmen Transgourmet Deutschland, AMT Gastroguss, MKN, Victorinox, Ecolab, Kentaur, Dynamic, FRXSH, ScanBox  und SIKA.

 


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