Foto: VKD
Bevor es für sie im November nach Luxemburg zum Culinary World Cup 2026 geht, stellen wir die Mitglieder der deutschen Köche-Jugendnationalmannschaft vor. Diesmal: Julia Fuchs.
Text Aina Keller
Konditormeisterin Julia Fuchs ist 21 Jahre alt und kommt aus dem Raum Dresden. Sie hat ihre Ausbildung in einer Bio-Konditorei in Dresden gemacht und im Alter von 20 Jahren bereits ihre Meisterprüfung erfolgreich abgelegt.
Julia, wie bist du zur Köchenationalmannschaft gekommen?
Ich bin über Instagram auf das Team aufmerksam geworden und habe die Mannschaft eine Weile verfolgt, nachdem ich bei den WorldSkills leider ausgeschieden war. Mir wurde angeboten, hier einmal reinzuschnuppern und ich habe die Chance genutzt. Was mir besonders gefällt, ist der Austausch. Man lernt Neues, knüpft Kontakte, entwickelt sich weiter. Im Team bin ich für die Pâtisserie zuständig, konkret für das Dessert im Drei-Gang-Menü und beim Chefs Table.
Mit welchen Zutaten arbeitest du am liebsten?
Ich liebe Maracuja und alles, was eine schöne Säure hat. Ich mag diese Frische, diese Sommerlichkeit. Maracuja lässt sich toll mit Kräutern kombinieren und bringt Spannung ins Dessert. Schokolade mag ich persönlich nicht ganz so gern, aber in der Kombination funktioniert sie natürlich gut.
Wie würdest du deine eigene und die Handschrift des Teams beschreiben?
Ich glaube, wir können mit einer guten Balance zwischen Süße und Säure punkten. Das ist mir persönlich wichtig. Außerdem spielt das Dekor eine große Rolle. Schokolade ist dafür ideal, aber auch Zuckerarbeiten sind spannend, wobei sie auf dem Teller manchmal zu hart wirken können. Grundsätzlich finde ich es wichtig, Rezepte zu überdenken. Oft wird Zucker einfach aus Gewohnheit hinzugefügt. Man kann vieles über natürlichen Fruchtzucker oder andere Komponenten lösen. Auch vegane Pâtisserie finde ich sehr spannend, das sind Themen, mit denen man sich heute auseinandersetzen sollte.

Was gefällt dir besonders am Arbeiten im Team?
Wenn man allein arbeitet, steht man oft auch allein mit Problemen da. Im Team kann man jederzeit fragen und bekommt eine Antwort. Ob man sie direkt umsetzt oder nicht, ist zweitrangig. Aber man ist nicht allein. Das gibt Sicherheit. Für meinen Bereich ist es mir wichtig, dass das Dessert technisch so aufgebaut ist, dass das ganze Team im Zweifel helfen kann. Das gilt auch andersherum: In der Meisterschule mussten wir herzhafte Komponenten entwickeln, zum Beispiel Fingerfood. Das ist zwar nicht meine größte Stärke, aber ich bin bereit, das Team überall zu unterstützen.
Der Culinary World Cup steht quasi vor der Tür, wie geht es dir damit?
Wettbewerbserfahrung bringe ich mit, ich habe beim Landesausscheid der Konditoren den Sieg geholt und während der Ausbildung beim Carlo-Wild-Pokal erst den zweiten Platz erreicht und dann beim Bundesentscheid teilgenommen. Einen Teamwettbewerb in einer Wettbewerbs-Küchenbox dieser Art habe ich allerdings noch nie mitgemacht, das ist komplett neu für mich. Meine größte Sorge sind tatsächlich die Zuschauenden. Kameras bin ich inzwischen gewohnt, aber wenn Menschen direkt vor einem stehen und zuschauen, vielleicht sogar Leute, die man kennt, dann bekommt man schon Gänsehaut. Ansonsten gehe ich relativ offen rein, finde es schön, gemeinsam zu kochen und freue mich einfach auf das, was kommt.
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Die deutsche Köchenationalmannschaft wird unterstützt von den Unternehmen Transgourmet Deutschland, AMT Gastroguss, MKN, Victorinox, Ecolab, Kentaur und SIKA.