„Kochen lernt man mit den Händen, aber Koch wird man durch Menschen“ Gesund und abwechslungsreich: Hochwertige Produkte und immer neue Ideen prägen das Angebot im Betriebsrestaurant.

Chancen geben, Potenziale erkennen, Menschen stärken – geprägt von den Persönlichkeiten, die ihn auf seinem Berufsweg begleitet haben, gibt Daniel Schmitt diese Haltung heute an die nächste Generation weiter. In der Serie „Who is Who im VKD“ stellen wir Mitglieder des Verbands vor.

Text Ivana Marasovic Fotos Daniel Schmitt, Boehringer Ingelheim

Daniel Schmitt Portrait

Menschlichkeit, Wille und Inklusion: Werte, die das Leben und den Berufsweg von Daniel Schmitt bis heute beeinflussen. Für ihn beginnt eine gute Ausbildung nicht mit einem perfekten Lebenslauf. Sondern einen Menschen wirklich anzusehen. „Integration für mich heißt, dass man genauer hinschaut“, sagt der Küchenchef von Boehringer Ingelheim. Eine Haltung, die nicht nur sein Ausbildungskonzept prägt, sondern seinen gesamten Berufsweg. Denn Daniel Schmitt selbst hat von vielen Menschen gelernt: von seinem Vater, der ihn früh für das Kochen begeisterte, von seinen Lehrmeistern in der Gastronomie und von Spitzenköchen wie Sven Elverfeld oder Juan Amador. Auf diese Wegbegleiter blickt er bis heute mit großer Dankbarkeit zurück. Heute gibt er diese Erfahrungen weiter, vor allem an junge Menschen, denen er eine Chance geben möchte. Für ihn zählen dabei nicht nur Fähigkeiten und Erfahrung, sondern auch Wille, Lernbereitschaft und die Bereitschaft, sich auf Menschen einzulassen. 

Vom Familienessen in die Spitzengastronomie 

Daniel Schmitt wuchs in einer großen Patchwork-Familie auf. Sein Vater war leidenschaftlicher Koch und kochte viel für die Familie. Ein Restaurantbesuch in Wiesbaden prägte ihn als Jungen: „So etwas würde ich auch gerne machen“, wünschte er sich. Seine Ausbildung absolvierte er bei Peter Stein in „Steins Traube“ in Mainz. Es folgten die Deutschen Jugendmeisterschaften in den gastgewerblichen Ausbildungsberufen, die „Ente“ in Wiesbaden sowie Stationen bei Juan Amador in Langen und im „Aqua“ von Sven Elverfeld in Wolfsburg. Dort lernte Daniel Schmitt Perfektion, Leistung und Führung kennen. Die Deutsche Jugendmeisterschaft wurde zugleich eine wichtige Lektion: „Ich habe auf zu viele Meinungen gehört und dadurch meine eigene Linie verloren.“ In der Genussakademie Frankfurt sammelte er weitere Erfahrungen im Austausch mit Spitzenköchen und Winzern. Danach führte sein Weg 2014 zu Boehringer Ingelheim. 

Mehr als eine klassische Kantine 

Daniel Schmitt Arbeitsumgebung
Mehr als eine klassische Kantine: Das Betriebsrestaurant bietet an sechs Countern täglich ein vielfältiges Angebot.

Heute trägt er Verantwortung für rund 4.000 Essen am Tag. Das Betriebsrestaurant ist weitaus mehr als eine klassische Kantine, arbeitet mit sechs Countern und unterschiedlichen Angeboten, darunter authentische Thai-Küche. Hochwertige Produkte, Nachhaltigkeit und gesunde Ernährung spielen eine zentrale Rolle. Die besondere Herausforderung: Die Gäste kommen nicht nur gelegentlich, sondern jeden Tag. Deshalb muss die Küche immer wieder Neues bieten und gesunde Ernährung so gestalten, dass sie nicht langweilig wird. Kreativität entsteht dabei auch im Team, im Austausch und beim gemeinsamen Brainstorming. 

Besonders am Herzen liegt dem Küchenchef die Ausbildung. Für sein integratives Ausbildungskonzept wurde er für den Laurentius 2025, den Ausbildungs-Award des VKD, nominiert. Sein Leitgedanke ist dabei einfach: Genauer hinschauen und Menschen Türen öffnen, die ihnen sonst verschlossen, blieben. Entscheidend sei, sich nicht vorschnell eine Meinung zu bilden, sondern zu fragen: Was ist das für ein Mensch? Wenn jemand etwas erreichen wolle, müsse man ihm die Möglichkeit geben. Gleichzeitig sei das gesamte Team gefordert. Integration funktioniere nur, wenn alle ihren Teil dazu beitragen.  

Handwerk trifft Persönlichkeit 

Daniel Schmitt Teller Wiw K11
Auch bei Fischgerichten setzt er auf Qualität, Frische und Kreativität.

Für Daniel Schmitt endet Ausbildung nicht beim Erlernen des Kochhandwerks. „Das Kochen lernt man mit den Händen, aber Koch wird man durch Menschen“, lautet eine seiner zentralen Überzeugungen. Respekt sei dabei entscheidend. Lernen könne man von jedem – vom Spitzenkoch genauso wie vom Spüler oder Kollegen. Auch der 42-Jährige selbst sieht sich als jemand, der noch nicht ausgelernt hat. Denn durch Auszubildende entstehen immer wieder neue Herausforderungen.  Jeder Mensch bringe Erfahrungen mit, von dem man profitieren könne. Was einen guten Koch ausmacht? Für Schmitt ist das weniger eine Frage von Titeln oder perfekter Technik als der persönlichen Haltung. Handwerk könne man lernen. Entscheidend seien aber Wille und Leidenschaft. Diese Haltung zeigt sich auch auf dem Teller. Ein neuer veganer Posten wurde von den Mitarbeitenden gut angenommen, saisonale Produkte wie Kürbis sorgen für Abwechslung. Besondere Freude bereitet ihm außerdem die Arbeit mit Wild aus eigener Jagd. 

Verbunden mit dem Berufsstand 

Seit seiner Ausbildung ist Daniel Schmitt Mitglied im Verband der Köche Deutschlands. „Ich wollte schon immer den VKD unterstützen, weil da unser Berufsstand gefördert wird“, so das VKD-Mitglied, das die Arbeit des VKD weiterhin mit Verbundenheit und Interesse verfolgt. Gerade die Laurentius-Nominierung freute ihn deshalb besonders, weil sie die tägliche Arbeit mit jungen Menschen würdigt. Für Daniel Schmitt bemisst sich Erfolg nicht an Titeln, sondern an Menschen: „Der größte Erfolg ist, wenn ein Mensch über sich hinauswächst, weil jemand an ihn geglaubt hat.“


WHO IS WHO IM VKD

Seine ehrenamtlichen Mitglieder sind das Herz und zugleich der Motor des VKD. Doch wer genau steckt eigentlich dahinter? Wer ist Mitglied der VKD-Familie? Was motiviert diese Mitglieder zum Ehrenamt, welche Lebensläufe und welche Erfahrungen bringen sie mit, was beschäftigt sie? In der Serie „Who is Who im VKD“ treffen wir einige von ihnen und stellen Fragen.

 

#WirsindderVerband


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