Ausbilder:innen müssen sich auf unterschiedliche Lerntypen einstellen
Im Interview gibt Referent Thomas Mattern erste Einblicke in die Herausforderungen moderner Ausbildung und erklärt, warum Ausbilder:innen heute stärker denn je als Lernprozessbegleiter gefragt sind.
Interview Aina Keller Fotos Privat, KI-generiert
Herr Mattern, wie hat sich die Ausbildung der vergangenen Jahre verändert?
Thomas Mattern: Viele Betriebe stehen heute unter hohem Kosten- und Zeitdruck und sind immer stärker gefordert, mit weniger Ressourcen ein gleichbleibend hohes Qualitätsniveau zu sichern. Das wirkt sich unmittelbar auf die Ausbildung aus. Hinzu kommt, dass Lernmethoden und Erwartungen der Auszubildenden im Wandel sind. Digitale Medien und selbstgesteuertes Lernen gewinnen zunehmend an Bedeutung. Ausbildung bedeutet deshalb heute weit mehr, als Fachwissen zu vermitteln, sie muss Lernprozesse aktiv begleiten und individuelle Bedürfnisse stärker berücksichtigen.
Was sind die häufigsten Herausforderungen im Ausbildungsalltag?
Das hohe Maß an Diversität unter den Auszubildenden ist eine der größten Herausforderungen. Unterschiedliche Voraussetzungen, Lerntypen und Erwartungen erfordern einen wertschätzenden und gleichzeitig klaren kommunikativen Umgang mit allen Beteiligten der Ausbildung. Genau dieses Thema greifen wir im Seminar auf. Besonders wichtig ist mir dabei der moderierte Austausch untereinander. Die besten Impulse entstehen oft aus der Praxis. Deshalb lade ich alle Teilnehmenden ausdrücklich ein, ihre Fragen und Herausforderungen mitzubringen und gemeinsam Lösungen zu entwickeln. Der Blick darauf, wie andere mit ähnlichen Situationen umgehen, eröffnet häufig neue Perspektiven.
Welche Themenschwerpunkte setzt das Seminar und was können Ausbilder:innen konkret für ihre Arbeit mitnehmen?
Im Mittelpunkt des Seminars steht der Rollenwechsel vom klassischen Anleiter hin zum Lernprozessbegleiter. Gemeinsam schauen wir darauf, wie Ausbildung methodisch und didaktisch zeitgemäß gestaltet werden kann. Ein Schwerpunkt sind dabei die Neuerungen in der AEVO. Außerdem beschäftigen wir uns mit der Frage, wie handlungsorientierte Ausbildung konkret umgesetzt werden kann und welche Methoden sich dafür eignen. Auch der sinnvolle Einsatz digitaler Medien im Ausbildungsalltag spielt eine wichtige Rolle, insbesondere mit Blick auf selbstgesteuertes Lernen. Darüber hinaus geht es darum, Lernziele zielgruppengerecht, klar und verständlich zu formulieren. Die Teilnehmenden erhalten viele praktische Impulse, die sie direkt in ihren Ausbildungsalltag übertragen können.
Online-Schulung VKD-Zertifikat Ausbildung – Upgrade für eine zeitgemäße Ausbildung | Nächster Termin: 27. Juli 2026
Thomas Mattern
Der Küchenmeister und diätetisch geschulte Koch Thomas Mattern ist seit 2004 als Trainer in der beruflichen Aus- und Weiterbildung mit Schwerpunkt Berufsausbildung und berufliche Fortbildung im Gastgewerbe tätig. Als selbstständiger Trainer hat er u. a. Erfahrungen mit der Fortbildung zum Küchenmeister, Fachwirt im Gastgewerbe und der Ausbildung von Ausbildern.
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