Gute gesunde Schule mit Courage

Gisbert-von-Romberg-Berufskolleg, Dortmund: GvR steht nicht „nur“ für Gisbert von Romberg, sondern auch für gemeinsam lernen, verantwortlich handeln und respektvoll miteinander umgehen.

von Aina Keller

Zwei parallele Fachklassen in allen drei Ausbildungsjahren und seit kurzem eine weitere im dritten Jahr: So sieht derzeit der Ausbildungszweig Koch/Köchin am Gisbert-von-Romberg-Berufskolleg (GvR BK) der Stadt Dortmund aus. „Aufgrund der Corona-Situation sind die beiden Klassen des ersten Ausbildungsjahres mit jeweils 17 Auszubildenden relativ klein“, berichtet Bereichsleiterin Jeannette Musch. „Bei den Köchen und in anderen gastgewerblichen Berufen ergeben sich aktuell etwa ein Drittel weniger Ausbildungsverträge im Vergleich zu den Jahren zuvor.“ Wer eine Kochausbildung in Dortmund am Berufskolleg absolviert, geht einmal wöchentlich und alle 14 Tage zweimal in der Woche zur Berufsschule. Drei Theorie-Lehrkräfte, zwei davon mit Kochausbildung, sowie zwei Küchenmeister arbeiten für den berufsbezogenen Bereich und im fachpraktischen Unterricht in enger Abstimmung zusammen.

Alle 14 Tage findet zweimal pro Woche Unterricht statt, am zweiten Tag vorwiegend fachpraktisch. Foto: Gisbert-von-Romberg-Berufskolleg
Alle 14 Tage findet zweimal pro Woche Unterricht statt, am zweiten Tag vorwiegend fachpraktisch. Foto: Gisbert-von-Romberg-Berufskolleg

2020 war vieles anders

„Rufen Sie regelmäßig Ihre E-Mails ab“: Mit dieser Aufforderung haben viele Berufsschulen im Dezember ihre Schülerinnen und Schüler in die Weihnachtsferien entlassen. Auch in Dortmund, wo die Digitalisierung allerdings schon länger eine prägende Rolle spielt: „Nicht erst seit Beginn der Pandemie arbeiten wir an der fortschreitenden Digitalisierung im Unterricht“, sagt Jeannette Musch. „So sind etwa 80 % der Unterrichtsräume mit i3-Touch-Displays ausgestattet. In den übrigen Räumen befinden sich PCs, Beamer und Dokumentenkameras. Bereits im Sommer 2019 wurden alle Lehrkräfte mit einem iPad ausgestattet und im Umgang mit allen digitalen Geräten hausintern geschult. Im März 2020 hat es sich dann als ausgesprochen hilfreich erwiesen, dass alle Lehrkräfte über eine schulische E-Mail-Adresse verfügen, um problemlos Kontakt zu den Schülerinnen und Schülern auch auf diesem Wege halten zu können.“

Außerdem sind seit dem aktuellen Schuljahr alle Schülerinnen und Schüler sowie Lehrkräfte auf der Lernplattform „iServ“ angemeldet, über die ein reibungsloser Austausch von Informationen in verschiedenen Formaten (Foren, Chatrooms, Videokonferenzen, Aufgabentools etc.) möglich ist. So kann bei einer notwendig werdenden Schulschließung unmittelbar auf Distanzlernen umgestellt werden.

Als Lehrkräfte für den Bildungsgang Koch arbeiten (v. l. n. r.) Jeannette Musch, Thiemo Hinz, Katharina Steffen, Marcus Emmerich und Eugen Fürle eng als Team zusammen. Foto: Gisbert-von-Romberg-Berufskolleg
Als Lehrkräfte für den Bildungsgang Koch arbeiten (v. l. n. r.) Jeannette Musch, Thiemo Hinz, Katharina Steffen, Marcus Emmerich und Eugen Fürle eng als Team zusammen. Foto: Gisbert-von-Romberg-Berufskolleg

Ganzheitliches Engagement

Das sind nicht die einzigen guten Nachrichten aus Dortmund. Besonders stolz ist das Berufskolleg, dass es 2020 bereits zum dritten Mal mit dem Schulentwicklungspreis „Gute gesunde Schule“ ausgezeichnet wurde. Hier wird Gesundheitsförderung für die Schüler- und Lehrerschaft großgeschrieben. Es gibt ein Schulrestaurant für alle Lernende und Lehrende, das von der „Lehrbetriebsküche“ organisiert wird. Die Lehrkräfte und Klassen der Berufsorientierung erstellen ein täglich wechselndes preiswertes Speisenangebot. So gibt es beispielsweise belegte Körnerbrötchen, Salate, zuckerfreie Getränke und ein frisch zubereitetes Mittagessen – aktuell als Snack „to go“.

Solidarisch miteinander

Das Dortmunder Berufskolleg setzt auf Teamgeist, eigenverantwortliches Handeln und Zusatzqualifikationen. In der Berufsschule gibt es neben Weinseminaren und kulinarischen Exkursionen auch eine gute Verbindung zum Dortmunder Club der Köche, der in der hauseigenen Bäckerei Seminare zu Süßspeisen und Backwaren durchführt. Last but not least: „Wir sind ausgezeichnet als ,Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage‘. Wir achten in allen Bildungsgängen auf eine gewaltfreie Sprache und einen guten Umgang mit Heterogenität. Die Akzeptanz von Vielfalt ist uns in jeder Hinsicht sehr wichtig.“

„Das Kochen und der Umgang mit Lebensmitteln ist schon immer meine große Leidenschaft. Durch die Ausbildung zur Köchin habe ich die Möglichkeit, diese Leidenschaft zu meinem Beruf zu machen. Die Kreativität und Vielseitigkeit, die der Beruf mit sich bringt, führen dazu, dass ich mich jeden Tag seit Beginn der Ausbildung darauf freue, in der Küche zu arbeiten.“

Inken Pezely, Koch-Auszubildende, Restaurant Der Lennhof, Dortmund

 

„Kochen ist wie Malen oder Komponieren: Es gibt nur eine bestimmte Anzahl an Farben und Noten. Entscheidend ist, wie du sie miteinander verbindest.“

Steffen Gill, Koch-Auszubildender, SHDO Service GmbH, Dortmund

 

 

Auf einen Blick

Gisbert-von-Romberg-Berufskolleg in Dortmund

regionales Qualifizierungszentrum für die berufliche und allgemeine Bildung


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