Auftakt am Bodensee: Die Laurentius-Preisträger 2025 traten ihren Hauptgewinn an.
Fünf Kochausbilder wurden beim Laurentius 2025 für ihr Engagement in der Ausbildung prämiert – jetzt traten sie den kulinarischen Hauptgewinn an.
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Text Anna Häuser Fotos VKD
Seeblick, Sonnenschein und saisonale Küche: „Hier fühlt es sich ein bisschen wie Urlaub an“ – schon beim Auftaktabend der kulinarischen Reise an den Bodensee ist allen klar: Diese kleine Auszeit vom stressigen Gastro-Alltag hat sich bereits jetzt gelohnt. Nach der Preisverleihung des Ausbildungs-Awards des VKD im vergangenen September war die Freude der Laurentius-Preisträger 2025 über das Wiedersehen in Radolfzell groß. Die Reise, gestiftet und organisiert vom VKD-Goldsponsor Hügli, war als Hauptgewinn ausgelobt worden, ursprünglich für jeden der fünf Preisträger gemeinsam mit einer Auszubildenden oder einem Auszubildenden. Doch die Prüfungstermine der angehenden Köchinnen und Köche machten diesen Plänen einen Strich durch die Rechnung, sodass die Runde diesmal kleiner ausfiel. Mit dabei waren Maik Delling vom Schlosscafe in Teningen gemeinsam mit Azubi Oleksandra Herbiei, Sebastian Hölscher vom Dorint Hotel in Frankfurt-Oberursel, Frank Müller vom Gasthaus Müller in Barsinghausen sowie Jesco Schambach vom KWA Stift am Parksee in Unterhaching, begleitet von seinem Stellvertreter Tim Weiß; ergänzt wurde die Gruppe durch Michael Schneider aus der Laurentius-Jury. Auf dem Programm standen drei abwechslungsreiche Tage mit spannenden Betriebsbesichtigungen, BBQ, einer Werksführung – und natürlich reichlich Gelegenheit zum Netzwerken und fachlichen Austausch mit Kolleginnen und Kollegen aus der Branche.
Radieschen und Räucherfisch auf der Reichenau

Nachdem Küchenchef Alexander Wussow im Landhotel Bodensee in Konstanz am ersten Abend mit einem genussvollen Drei-Gang-Menü für den gelungenen Auftakt gesorgt hatte, startete der nächste Tag bei Sonnenschein auf der Reichenau. Die Insel ist für ihren Gemüsebau bekannt: Von einst rund 80 Betrieben existieren heute noch etwa 40, die sich in einer Erzeugergemeinschaft zusammengeschlossen haben. Einer davon ist der Familienbetrieb von Sabine Wehrle, der sich auf Salate und Radieschen spezialisiert hat. Während beim Säen und Setzen eine kleine Maschine unterstützt, erfolgt die Ernte in sorgfältiger Handarbeit. „Nach diesem Besuch sieht man das Gemüse, das wir verarbeiten, mit anderen Augen. Da stecken so viel Handarbeit und Hingabe drin – das verdient deutlich mehr Wertschätzung“, lautete das einhellige Fazit der Kochausbilder. Eindrücke, die allen vor Augen führten, dass nicht nur Nose-to-Tail, sondern auch Leaf-to-Root ein Konzept ist, das in der Profiküche aus gutem Grund geschätzt wird. Nach den Einblicken in den Anbau durfte eine Radieschen-Kostprobe natürlich nicht fehlen – das klare Urteil: „Schmeckt!“ Beim nächsten Stopp, dem traditionsreichen Fischmarkt E. Koch, lieferte ein Transporter zwei große Tanker mit lebenden Bodenseefischen, die er beim Abladen in große Becken „schwemmte“ – ein Anblick, den selbst Kochprofis nicht alle Tage erleben. Für besonderes Staunen sorgte zudem ein großer, noch lebender Wels. Anschließend konnten die Köchinnen und Köche ihr Fingerspitzengefühl unter Beweis stellen, indem sie selbst Saiblinge ausnahmen und filetierten.
Seegucker-Wein und BBQ im Sonnenuntergang

Nach einer Stärkung in der Reichenauer Fischhandlung ging es mit der Fähre nach Meersburg. Ein kurzer Spaziergang durch die Weinberge führte zum Weingut Aufricht, das auf rund 60 Hektar verschiedene Rebsorten anbaut. Bei einer Weinprobe mit beeindruckendem Blick auf den Bodensee kamen erlesene Weine ins Glas – vom beliebten Rotling „Seegucker“ bis zum aromatischen Blaufränkisch. Das kulinarische Highlight der Reise ließ nicht lange auf sich warten: der BBQ-Workshop „Smoke on the Water“ im Rebgut Haltnau direkt am Seeufer. Am Grill standen die Gastgeber der Reise, Teamleiter Culinary Advisement Frank Crivellari und Malte Barke von Hügli. Auf dem Rost landeten Pulpo und Tomahawk-Steak, die Garnele wurde im Glas gesmoked, und zum süßen Abschluss gab es eine Tarte Tatin. Bei gutem Essen, guten Gesprächen und dem malerischen Blick auf den Sonnenuntergang am See waren sich alle einig: Diese Eindrücke werden noch lange nachwirken. Am dritten und letzten Tag besuchte die Gruppe das Hügli-Werk in Radolfzell. Bei einer exklusiven Führung durch die Produktion erhielten die Teilnehmenden spannende Einblicke in die Abläufe des Unternehmens. „Die Dimensionen sind wirklich beeindruckend“, so das Fazit der Ausbilder. Gemeint waren dabei nicht nur Mengen und Stückzahlen, sondern auch etwa die Höhe des Regallagers, an dem nicht ohne Kletterausbildung gearbeitet werden darf. Die Führung bildete einen gelungenen Abschluss der Reise. Die Gruppe verabschiedete sich mit vielen neuen Eindrücken und dem Versprechen: Wir bleiben in Kontakt.
Der fünfte Sieger, Bernd Helm vom Strandhotel Hohenzollern auf Borkum, konnte leider nicht an der Reise teilnehmen. „Bernd hat uns gebeten, den Hauptgewinn nicht verfallen zu lassen, sondern ihn in ein ehrenamtliches Nachwuchsprojekt zu investieren – in das ‚Team Borkum‘“, erklärt Frank Crivellari. Gesagt, getan: Dieses Team überzeugte kürzlich beim Young Chefs Battle von Chefs Culinar in Neumünster und holte sowohl den Tagessieg als auch den Messesieg unter anspruchsvollen Wettbewerbsbedingungen. „Ein persönlicher Gewinn wurde so zu einer Chance für viele – genau das ist für uns gelebte Nachwuchsförderung.“
Auf ein Neues
Während die Erinnerungen an die kulinarischen Erlebnisse rund um den Bodensee noch nachklingen, läuft die Bewerbungsphase für die nächste Runde des Ausbildungs-Awards bereits auf Hochtouren: Noch bis zum 31. Mai können sich engagierte Köchinnen und Köche aus ganz Deutschland für den Laurentius 2026 bewerben. Die Auszeichnung richtet sich diesmal nicht nur an Ausbilder:innen, sondern auch an Fachlehrkräfte. Die neuen Preisträger:innen werden im Herbst feierlich bekannt gegeben, weitere Informationen folgen.
Laurentius 2026: Jetzt bewerben
Bewerbungsfrist ist der 31. Mai
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Erstmals werden 2026 auch Berufsschullehrkräfte (Fachpraxis) mit dem Laurentius ausgezeichnet.
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