Einsatz in der Julius-Leber-Kasserne: Teamchef Tobias Laabs (rechts) mit Oberstleutnant Karolin Beitz und Thomas Brunk, Leiter der Küche vom Tagungszentrum, sowie Kai Hochhaus, Leiter der Kochnationalmannschaft der Bundeswehr (links). Foto: VKD
Ende November wird die Köche-Jugendnationalmannschaft ihre WM-tauglichen Teller beim RAK Porcelain Culinary World Cup in Luxemburg zeigen. Zur Generalprobe hat Team Germany in der Julius-Leber-Kaserne in Berlin für Gäste gekocht.
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Text Aina Keller Fotos Bundeswehr/Baronsky, VKD

Es ist ein ungewöhnlicher Ort für ein Drei-Gang-Menü auf internationalem Wettbewerbsniveau: die Julius-Leber-Kaserne in Berlin. Genauer gesagt das Tagungszentrum des Bundesministeriums der Verteidigung. Rund 70 Gäste haben Ende August dort etwas erlebt, das bis dato nur wenige kannten: das Menü, mit dem Team Germany beim RAK Porcelain Culinary World Cup antreten wird. Die Generalprobe für einen Wettbewerb dieser Größenordnung liegt irgendwo zwischen Training und Ernstfall. Die Gerichte sind entwickelt. Das Menü steht. Noch können Kleinigkeiten verändert werden. Die jungen Köchinnen und Köchesind an diesem Abend im Wettkampfmodus: Die Abläufe müssen funktionieren, Arbeitsschritte ineinandergreifen und das alles unter Zeitdruck. „Heute dürfen Dinge auffallen. Heute darf man noch justieren, hinterfragen und verbessern“, sagt VKD-Präsidiumsmitglied Thorben Grübnau zur Begrüßung. Eine Generalprobe, bei der alles perfekt laufe, wäre schließlich „fast ein bisschen verdächtig“.

Energie, Engagement, Ehrenamt
Kulinarisch hat sich Team Germany für vertraute Produkte entschieden, modern interpretiert. Der Auftakt gehört Sellerie und Apfel, danach wird es kräftiger mitKalb, Buchweizen und Wirsing im Hauptgang. Das Finale, unter anderem mit Limette, Nougat und Bergamotte, bringt unterschiedliche Temperaturen und Texturen auf den Dessertteller. „Eine Generalprobe zeigt uns, wie Menü, Abläufe und Team unter echten Bedingungen zusammenspielen“, sagt Teamchef Tobias Laabs, Küchendirektor im Berliner Hotel Telegraphenamt. „Jetzt geht es darum, die letzten Prozent herauszuarbeiten, damit in Luxemburg jeder Handgriff sitzt.“

Gemeinsam nach Luxemburg
Die Mitglieder der Jugendnationalmannschaft leben und arbeiten in Hamburg, Niedersachsen, Nordrhein-Westfalen, dem Saarland, Bayern, Sachsen und Thüringen. Training fürs Team bedeutet deshalb: Termine koordinieren, reisen, gemeinsam ausprobieren und danach wieder zurück in Betrieb, Beruf oder Ausbildung. „Die jungen Kolleginnen und Kollegen investieren ihre private Zeit und ihre Energie nicht nur in einen Wettbewerb“, sagt Grübnau. „Sie repräsentieren das deutsche Kochhandwerk und tun dies im Ehrenamt.“ Dass an diesem Abend die Kochnationalmannschaft der Bundeswehr das Fingerfood zum Aperitif übernommen hat, passt zum Ort und zur Geschichte beider Mannschaften. Zwischen den Teams besteht seit Jahren eine kollegial-freundschaftliche Verbindung und im Spätherbst geht es gemeinsam nach Luxemburg. Das Bundeswehr-Team tritt dort in der Kategorie Community Catering ebenfalls beim RAK Culinary World Cup an.

Eine Überraschung hatte Thomas Brunk parat: Der erfahrene Coach der Bundeswehrmannschaft leitet die Küche im Tagungszentrum und war früher Trainer der Köche-Jugendnationalmannschaft des VKD. 2008 wurde er mit dem Team Olympiasieger bei der IKA/Olympiade der Köche. Als Wertschätzung und Motivation für die jetzige Mannschaft zog er im Rahmen der WM-Generalprobe in Berlin seine damalige Mannschaftsjacke an.
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