VKD-Mitglied Tobias Laabs bringt jahrelange Wettbewerbserfahrung mit in sein neues Ehrenamt.
Im Januar 2026 hat Tobias Laabs die Leitung der Köchenationalmannschaft des VKD übernommen und begleitet die Jugendnational als Teamchef nun im November zum Culinary World Cup. Seine Philosophie basiert auf jahrzehntelanger Wettbewerbserfahrung und kulinarischer Kreativität.
Text Aina Keller
Zitrusfrüchte, von Limette bis Orange, und Gemeüse in allen Variationen: Das sind die Lieblingszutaten von Tobias Laabs, für den Fleisch in einem Gericht eher „on top“ sein sollte. Gut drei Jahrzehnte ist es her, dass der gebürtige Sachse seine Kochausbildung im Landkreis Uckermark in Brandenburg absolvierte. Seit mehr als 20 Jahren hat der passionierte Koch zudem ein kulinarisches Hobby auf hohem Niveau: Er nimmt aktiv an Berufs- und Branchenwettbewerben teil und das nationale sowie das internationale Wettbewerbsgeschehen sind ihm bestens vertraut. „Es hat mich mein Leben lang gereizt, mich kulinarisch zu messen und Deutschland bestmöglich zu vertreten“, sagt der heute 48-Jährige, der zuerst in der Kochnationalmannschaft der Bundeswehr und dann von 2007 bis 2016 bereits in der Köchenationalmannschaft des VKD gekocht hat. „In meiner jetzigen Rolle als Teamchef geht es mir zusätzlich darum, junge Leute zu motivieren, meine Erfahrung weiterzugeben und gemeinsam etwas wirklich Starkes auf den Teller zu bringen, idealerweise mit dem entsprechenden Erfolg.“ Wenn Team Germany im November auf dem Gelände der Luxexpo antritt, steht einer der erfahrensten Wettbewerbsköche des VKD an ihrer Seite. Seit 2007 nimmt der Küchenmeister an bedeutenden Wettkämpfen weltweit teil, war dutzendfach in leitender oder in aktiver Rolle ehrenamtlich und erfolgreich dabei – ob bei der IKA/Olympiade der Köche, dem Culinary World Cup, dem Battle for the Dragon in Wales oder dem Großen Preis der Köche in Hamburg. Als Coach begleitete er unter anderem den späteren Gesamtsieger Marianus von Hörsten beim WACS Global Young Chefs Challenge 2017 und das Gewinner-Duo von „Das große Backen – Die Profis“ 2020.
Kochen und Wettbewerbe in der DNA

Im „echten Leben“ leitet Tobias Laabs seit vier Jahren die Küche im Hotel Telegraphenamt in Berlin, führt drei Outlets, ist für die Kochauszubildenden des Hauses mitverantwortlich und entwickelt als Küchendirektor neue Produkte und gastronomische Ideen. „Ich koche durchaus noch selbst“, sagt er mit einem Augenzwinkern. „Wir sind ein sehr exklusives Hotel, haben viele VIP-Gäste und auch Politiker, der Anspruch ist hoch und das fordert Präsenz.“ Zuvor hatte er sich in verschiedenen Küchen in Schweden, Portugal und Deutschland umgeschaut, ließ sich zum Diätkoch weiterbilden und studierte Food Science and Technology an der Beuth Hochschule für Technik in Berlin. Nach seinem Grundwehrdienst war er zudem fast 14 Jahre lang Privatkoch eines Drei-Sterne-Generals in der Bundeswehr. Trotz zahlreicher Reisen und Auslandseinsätze fand der Wahl-Berliner immer wieder Zeit, um sich Wettbewerben zu widmen.
Teamkochen im Ehrenamt heißt, bereit zu sein, private Freizeit zu investieren, immer wieder neu anzufangen und Arbeitsschritte gemeinsam so lange zu wiederholen und bis ins kleinste Detail zu üben, bis sie sitzen. Bei Tobias Laabs ist diese Bereitschaft offensichtlich in seiner DNA verankert, er hat sie jahrelang abgerufen und in erfolgreiche Kreationen umgesetzt. Aktuell fährt er mehrmals im Monat in die Trainingsküche, verbringt Zehn- bis Zwölf-Stunden-Tage mit den Teammitgliedern, entwickelt, tüftelt und finalisiert die Gerichte für die WM. „Die Konkurrenz schläft nicht, aber wir sind ein tolles Land mit sehr guten Produkten. Ich denke, wir können mit Frische, Raffinesse und Kreativität überzeugen. Ohne zu sehr ins Detail zu gehen: Wir wollen etwas wirklich Schönes im Wettbewerb zeigen.“ Und: „Mir ist wichtig, dass wir als Team auftreten und uns der Welt zeigen, auch mit Blick auf die kommende IKA/Olympiade der Köche. Als komplett neues Team möchten wir ein bestmögliches Ergebnis erreichen, gleichzeitig unser Netzwerk erweitern, den Verband bestmöglich vertreten und neue Kontakte und Freundschaften knüpfen. Gerade für die jungen Leute ist dieser Austausch extrem wertvoll.“
Positiver Druck erzeugt Energie
Der Countdown für Luxemburg läuft, in diesem Sommer hat Team Germany sowohl intensive Trainingseinheiten als auch noch einige organisatorische Hürden zu meistern: „Am Ende geht es doch immer darum, die Leistung, die man trainiert hat, an diesem einen Tag abzurufen. Die mentale Seite muss stark sein, das ist wie in jedem anderen Mannschaftssport. Im Team muss jeder funktionieren, nicht nur Einzelne. Wettbewerbskochen ist Hochleistungssport, immer wieder trainieren, schneller werden, besser werden. Zeitmanagement ist dabei das A und O“, weiß Tobias Laabs aus eigener Erfahrung. „Natürlich ist auch Druck da, aber ich wünsche mir, dass die Teammitglieder Druck nicht als negativen Stress, sondern als Energie wahrnehmen. Es soll Freude herauskommen, Freude am Essen, an den Produkten und am Handwerk. Mit dem richtigen Mindset entsteht daraus dann oft auch der Erfolg.“
Wer sich für diese Lernprozesse und die Erfolgsgeschichten mit einer Mannschaft interessiert, kann dabei sein. „In Deutschland gibt es viele kreative Kolleginnen und Kollegen und wir freuen uns jederzeit über Leute, die Lust haben, mitzumachen“, betont Tobias Laabs. „Was man mitbringen sollte, sind Liebe zum Detail, Liebe zum Beruf, Kreativität und vor allem Lust, im Team zu arbeiten. Man sollte teilen können, gern mit anderen kochen und den Wettbewerbsgedanken mögen. Erfahrung ist ein Pluspunkt, aber es kann sich jede und jeder jederzeit bei uns melden.“

National Culinary Team Germany Team-News
Die deutsche Köchenationalmannschaft wird unterstützt von den Unternehmen Transgourmet Deutschland, AMT Gastroguss, MKN, Victorinox, Ecolab, Kentaur und SIKA.