Seit Kurzem Qualifizierter Ausbildungsbetrieb mit Plakette: Übergabe im Wohnpark Fuhseblick.
Fehler machen dürfen, Neugier und Kreativität entfalten und vielseitige Einblicke in die Profiküche erhalten: Die „Qualifizierten Ausbildungsbetriebe“ (QA) des VKD bieten ihren Azubis einen idealen Start ins Berufsleben.
Text Anna Häuser Fotos CCS GmbH, VKD, Studierendenwerk Gießen
„In meiner eigenen Kochausbildung habe ich viel gelernt, fachlich, aber vor allem menschlich.
Ich weiß, wie es sich anfühlt, wenn man anfangs unsicher ist, Fehler macht oder sich überfordert fühlt. Und ich weiß auch, wie wichtig es ist, jemanden zu haben, der einem den Rücken stärkt, verständlich erklärt und einem das Gefühl gibt: Du schaffst das“, sagt Marcel Heyer, Assistant Foodmanagement bei CCS Catering Consulting und Service GmbH in Erfurt. Der Betrieb gehört seit Kurzem zum „Club“ der „Qualifizierten Ausbildungsbetriebe“ des VKD. „Meine Erfahrungen prägen meine Arbeit heute sehr stark. Ich versuche, das weiterzugeben, was mir damals besonders geholfen hat: klare Erklärungen statt komplizierter Fachbegriffe, Geduld, wenn etwas nicht sofort klappt, ehrliches Feedback, das weiterhilft, und die Ermutigung, eigene Ideen einzubringen.“ Sechs Kochazubis werden in dem Erfurter Betrieb aktuell angelernt. „Für uns ist Ausbildung keine Nebensache, sondern eine echte Herzensangelegenheit. Wir möchten jungen Menschen zeigen, wie abwechslungsreich und sinnstiftend Arbeiten in einer modernen Gemeinschaftsgastronomie sein kann. Deshalb investieren wir viel Zeit in individuelle Betreuung, praktische Anleitung und Lernmomente im Alltag.“

Das Beantragen des VKD-Siegels war eine bewusste Entscheidung. „Die Auszeichnung ist eine Bestätigung unserer täglichen Arbeit und dafür, dass unser Engagement für eine gute Ausbildung gesehen wird.“ Dazu zählen laut Heyer die strukturierten Prozesse, die klare Kommunikation, der respektvolle Umgang und der Anspruch, die Azubis ernst zu nehmen und ihnen Perspektiven zu bieten. „Für mich persönlich ist das Siegel eine Art Qualitätsversprechen. Es erinnert uns jeden Tag daran, dass wir Verantwortung für Menschen in ihrer beruflichen Entwicklung tragen. Und es motiviert uns, immer einen Schritt weiterzugehen und unsere Ausbildungsqualität kontinuierlich zu reflektieren und zu verbessern.“ Die Ausbildung bei der CCS GmbH zeichnet eine Mischung aus professioneller Struktur und Menschlichkeit aus. „Unsere Azubis erleben von Beginn an, was es bedeutet, in einer modernen Produktionsküche zu arbeiten. Sie bekommen nicht nur Einblicke in einzelne Arbeitsschritte, sondern in komplette Prozesse von der Planung und Organisation über die Produktion bis hin zur Qualitätssicherung und dem nachhaltigen Umgang mit Lebensmitteln“, so Marcel Heyer. „Gleichzeitig achten wir bewusst darauf, dass niemand sich ,verliert‘. Jeder Auszubildende hat einen festen Ansprechpartner, regelmäßige Feedbackgespräche und die Möglichkeit, Fragen zu stellen, egal wie klein sie erscheinen mögen. Bei uns zählt nicht, perfekt zu sein, sondern neugierig zu bleiben.“
Es wird nicht langweilig
Mit dem Wohnpark Fuhseblick in Peine trägt seit diesem Jahr ein weiterer GV-Betrieb das QA-Siegel. „Bei uns im Haus gibt es sehr viel Struktur und keine großen Überraschungen. Das heißt aber nicht, dass es bei uns langweilig wird“, weiß Andreas Janzen. „Wir haben neben unserem Tagesgeschäft auch Sonderveranstaltungen wie Sommerfest und Weihnachtsbrunch sowie Angehörigen-Abende.“ Aktuell bildet der Küchenleiter drei Kochazubis aus. „An unserem Standort Peine haben wir eine regelmäßig wechselnde Speisekarte und 14 Speiseausgabenstellen, das heißt, unsere Küchenmitarbeitenden müssen sehr diszipliniert sein bei der Portionskalkulation und dem Aufteilen der Speisekomponenten. Der Junge, Kreative, Wilde und Nachtschwärmer wird bei uns sicher nicht glücklich. Wer allerdings auf der Suche nach Struktur und Planungssicherheit ist und um 14 Uhr sauber und satt aus dem Betrieb gehen möchte, der passt gut in unsere Küche.“ Janzen selbst hat seine Kochausbildung in einem Fünf-Sterne-Hotel in der Münchner Innenstadt gemacht. „Das sind zwei völlig verschiedene Welten mit ihren eigenen Herausforderungen. Ich bereue es jedenfalls nicht, dass ich im Hotel gelernt habe und ich bin auch nicht böse darum, heute die Küche eines Seniorenheims zu leiten. Alles hat seine Zeit im Leben.“

Die Seezeitlodge in Nohfelden verlängert ihr QA-Siegel seit 2019 kontinuierlich. „Seitdem hat sich einiges geändert“, weiß Ausbilder und Küchenchef Daniel Schöfisch. „Wir haben mittlerweile eine eigene Trainingsabteilung im Haus, die Schulungen und Ausflüge im Hotel oder auch extern koordiniert und organisiert. Außerdem nehmen wir das Thema Wettbewerbe mehr in den Fokus. Für interessierte Azubis bieten wir Trainings, größtenteils in der Arbeitszeit an.“ Auch sonst ist die Seezeitlodge für ihre Auszubildenden modern aufgestellt: Das Berichtsheft wird über Azubiweb eingereicht, die Arbeitszeiten werden digital erfasst, es gibt Azubiwohnungen, eine kostenfreie Verpflegung im Team-Restaurant und sogar die Nutzung eines Azubi-Autos ist möglich. Von diesen Vorteilen profitieren aktuell sieben Kochauszubildende und weitere über 20 Nachwuchskräfte in anderen Bereichen. Und die Seezeitlodge wiederum profitiert vom QA-Siegel. „Seit der Auszeichnung haben wir eine höhere Qualität an Bewerbenden um Ausbildungsplätze.“

Auch das Studierendenwerk Gießen hat sein QA-Siegel verlängert, die Abteilung Kochausbildung leitet Frank Schomber. „Wir setzen unsere sechs Azubis in allen relevanten Posten in einem Rotationsplan ein – von Suppen über Hauptessen, Beilagen, Desserts, kalte Küche sowie Bäckerei und Metzgerei“, erklärt er. Besonders wichtig sei die gezielte Arbeit in der Ausbildungsküche: „In ausgewählten Zeiträumen gehen wir speziell auf prüfungsrelevante Themen ein und kochen verschiedene Basics wie Jus und Fonds.“ Außerdem gibt es Sonderaktionen wie das Backen von Weihnachtsgebäck oder die kulinarische Ausrichtung der Weihnachtsfeier des Studierendenwerks für rund 200 Personen. Praktische Erfahrung außerhalb der Großküchen sammeln die Kochazubis im dritten Lehrjahr während eines sechswöchigen Praktikums im „Laubacher Wald“, einem alteingesessenen hessischen Familienbetrieb mit À-la-carte-Service. Außerdem gibt es die Möglichkeit zu internationalen Weiterbildungen, etwa einem zweiwöchigen Praktikum in Bologna im Rahmen des Erasmus-Programms. Schomber betont: „Die Vielseitigkeit der Möglichkeiten und die Unterstützung der Azubis sind unsere größte Stärke.“ Auch nach der Ausbildung bietet das Studierendenwerk Chancen: „Beide Azubis, die im Frühjahr dieses Jahres ihre Prüfungen abgelegt und bestanden haben, sind vom Studierendenwerk übernommen worden. Es ist wichtig, dass wir weiterhin ausbilden und uns eigene Ressourcen schaffen, um auch in Zukunft Fachkräfte für Küchen jeglicher Art in den Beruf zu bekommen.“
JETZT ZERTIFIZIEREN LASSEN
Mehr Infos und die Liste aller Qualifizierten Ausbildungsbetriebe gibt es hier.
Qualifizierte Ausbildungsbetriebe | Update
- CCS – Catering Consulting und Service GmbH, Erfurt (neu)
- Artecare GmbH & Co KG – Wohnpark Fuhseblick, Peine (neu)
- Studierendenwerk Gießen, Gießen (Verlängerung)
- Seezeitlodge Hotel GmbH, Nohfelden (Verlängerung)
