„Wir schauen, wohin die Reise geht“ Fotos: VKD

Marcus Prahst ist Sous-Chef „mit Allround-Funktion“ im Restaurant HeimlichTreu in Berlin. Als Coach unterstützt der 43-Jährige die Köche-Jugendnationalmannschaft seit Anfang 2025 auf dem Weg zum RAK Porcelain Culinary World Cup.

Text Aina Keller Fotos VKD

Marcus Prahst
Marcus Prahst

Marcus, wolltest du schon immer Koch werden?
Offenbar ja, denn es gibt ein altes Foto aus der Kinderkrippe, auf dem ich als Koch zum Fasching verkleidet bin. Dabei habe ich mich immer sehr für Geschichte interessiert und hätte mir auch Archäologie vorstellen können. Aber am Ende bin ich in der Küche gelandet und bereue es nicht. Solange die Höhen überwiegen, ist alles gut. Wenn das nicht mehr so ist, sollte man sich fragen, ob man noch am richtigen Platz ist. Aber ich habe Spaß an dem, was ich tue und das ist entscheidend.

Mit welchen Produkten kochst du am liebsten?
Es muss gar nichts Teures sein. Eine richtig gute regionale Möhre kann genauso begeistern wie ein exklusives Produkt. Im HeimlichTreu arbeiten wir zum Beispiel mit einem tollen Fischer aus Berlin zusammen. Wenn er den ersten Fisch der Saison bringt, ist das immer etwas Besonderes. Regionalität ist mir wichtig, sofern die Qualität stimmt. Gleichzeitig bin ich ein großer Frankreich-Fan, habe dort gelebt und in Paris gearbeitet. Französische Produkte und die klassische Küche liegen mir sehr am Herzen.

Und was isst du privat am liebsten?
Ein festes Lieblingsgericht habe ich nicht. Das hängt sehr von der Situation und dem Ort ab. Wenn ich in England bin, esse ich zum Beispiel unglaublich gern Fish & Chips im Pub. Und genauso genieße ich natürlich ein Drei-Sterne-Menü. Es kommt einfach darauf an, wo man ist und in welcher Stimmung.

Gab es eine besondere Persönlichkeit, für die du kochen durftest?
Ja, tatsächlich. Während meiner Zeit in Paris durfte ich für Paul Bocuse kochen und das war eine große Ehre für mich. Zu wissen, dass sowohl Paul Bocuse als auch Alain Ducasse im Restaurant waren, das war schon etwas Besonderes. Ich habe sogar sein Autogramm eingerahmt bei mir zu Hause. An das genaue Menü erinnere ich mich nicht mehr im Detail, aber das Gefühl bleibt.

Mit Vincent Hoyer in Berlin. Foto: VKD
Mit Vincent Hoyer in Berlin.

Wie bist du zur Köchenationalmannschaft gekommen?
Mein Chef und ein guter Freund sind 2024 bei einer Reise mit der Mein Schiff auf die Nationalmannschaft aufmerksam geworden. Es wurde jemand gesucht, der gern mit jungen Menschen arbeitet und sich im Ehrenamt engagiert. So habe ich mir das Ganze Anfang des Jahres angeschaut und bin seitdem dabei. Die Arbeit mit den jungen Köchinnen und Köchen macht mir viel Spaß. Der Drive stimmt, die Motivation ist da und man nimmt selbst unglaublich viel mit.

Ehrlich gesagt kannte ich das Nationalteam zuvor nicht. Erst durch Gespräche habe ich mich mehr damit beschäftigt und festgestellt, wie viele Nationalmannschaften es weltweit gibt. Jetzt verfolge ich das Geschehen auch international und finde es sehr spannend zu sehen, was überall passiert.

Wenn du an den Culinary World Cup denkst, welche Erwartungen hast du?
Erst einmal: mit Freude und Teamgeist hinfahren. Die Mannschaft hat sich in den vergangenen Monaten aufgebaut und jetzt schauen wir, wohin die Reise geht. Natürlich ist das Ziel immer das bestmögliche Ergebnis, aber vor allem wollen wir als Team wachsen und gemeinsam etwas erleben.

Vielen Dank.

 

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Die deutsche Köchenationalmannschaft wird unterstützt von den Unternehmen Transgourmet Deutschland, RAK Porcelain, AMT Gastroguss, MKN, Victorinox, Ecolab, Kentaur, Dynamic, FRXSH, ScanBox und SIKA.


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