Brennnessel – geschmort, gedünstet, überbacken Die Brennnessel ist ein echtes Superfood. Foto: Pexels + Mitglieder erfahren mehr

Schmerzhaft auf der Haut aber ein echter Gewinn für Küche und Medizin. Warum die Brennnessel ein echtes „Superfood“ ist und alles, was man sonst noch über die Pflanze wissen muss, weiß VKD-Ernährungsexperte Siegfried Wintgen.

Von Anna Häuser

Eigentlich jeder ist schon mal mit ihr in Kontakt gekommen und hat den brennenden Schmerz und die roten Pusteln auf der Haut erlebt – die Brennnessel hat nicht gerade den besten Ruf. Dabei ist die Pflanze ein wahres „Superfood“. Das Gewächs mit den grob gezahnten und mit Härchen besetzten Blättern wird nicht nur als Heilpflanze verwendet, die Brennnessel ist auch in der Küche ein echtes Multitalent.

Mit ihrem würzigen Aroma ist die Brennnessel schon seit Jahrhunderten ein beliebtes Lebensmittel. „Schneidet man die frische Pflanze sehr fein, wringt sie mit einem Handschuh aus oder übergießt sie mit einem festen Wasserstrahl, macht man die Nesselhaare unschädlich und ihre Blätter problemlos verzehrbar“, sagt Siegfried Wintgen, VKD-Mitglied und Ernährungsberater und Gesundheitswissenschaftler aus Österreich. Ähnlich wie Spinat sei die Brennnessel so als Blattgemüse universell einsetzbar. Er empfiehlt die Verwendung der Pflanze aber auch gedünstet, geschmort, überbacken oder als Füllung. Die Brennnessel bilde zudem eine hervorragende Basis für Saucen oder Suppen und eigne sich als Zutat für Aufstriche, Cremes, und Mousse.

Aber auch roh ist die Brennnessel eine Wunderwaffe. Ihre Knospen können als Salat oder Gemüse im Frühling dienen und ihr Saft hilft bei Entschlackungskuren. Selbst als Tee oder als Gewürz können Köche das Gewächs verwenden.

Nicht nur in der Küche zeigt die Brennnessel ihr Talent. Auch in der Heilkunde ist ihr Nutzen schon seit dem Altertum bekannt. In der Mythologie wird sie unter anderem Mars, dem Kriegsgott, zugeordnet, dem in der Astromedizin wiederum das Blut und das darin befindliche Eisen zugeordnet werden. „Durch diese Zuordnung wird die blutbildende Funktion der Brennnessel hervorgehoben“, weiß Siegfried Wintgen. Sie hat bis zu sechs Prozent Eisenanteil, was gut resorbierbar ist und die Blutbildung fördert. Außerdem hilf das Gewächs bei Arthrose, entzündlichen Erkrankungen der harnableitenden Wege und bei rheumatischen Erkrankungen, da sie die entzündungsfördernden Mediatoren hemmt. Sie ist aufbauend für die Bindegewebsstrukturen, beugt Schuppen und fettigen Haare vor und hilft bei Erkrankungen der Prostata – wohl einer der Gründe, warum die Brennnessel von den Germanen auch dem Donnergott Donar geweiht wurde, der für Fruchtbarkeit und männliche Potenz zuständig war.

Durch ihre Vielseitigkeit in Gerichten, ihre heilende Wirkung und ihren hohen Anteil an wichtigen Nährstoffen wie Eisen oder aber auch Vitamin C schafft es die Brennnessel vielleicht, ihren schlechten Ruf als schmerzendes Unkraut hinter sich zu lassen und als das gesehen zu werden, was eigentlich in ihr steckt – ein wahres „Superfood“.

SO WIRD’S VERARBEITET

 

  • Als Blattgemüse universell nutzbar
  • Gedünstet, geschmort, überbacken, als Füllung
  • Basis für Saucen und Suppen
  • Aufstriche, Cremes, Mousse
  • Frischpflanzensaft bei Entschlackungskuren
  • Die Samen als Gewürz, in Gewürzmischungen
  • Eierspeisen
  • Reisgerichte, Risottos
  • Tee
  • Knospen als Salat oder Gemüse im Frühling

 

SO WIRKT’S AUF DEN KÖRPER

 

  • Blutbildend
  • Bei rheumatischen Erkrankungen (Hemmung der entzündungsfördernden Mediatoren)
  • Hilfreich bei der Arthrose
  • Bei entzündlichen Erkrankungen der harnableitenden Wege
  • Durchspülungstherapie bei Nierengrieß
  • Erkrankungen der Prostata
  • Tonisierend, stärkend
  • Aufbauend für Bindegewebsstrukturen
  • Äußerlich bei Schuppen und fettigem Haar

 

Das Superfood Brennnessel sollte also unbedingt probiert werden – zum Beispiel als Mousse. Das Rezept dazu finden Sie im Mitgliederbereich.


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