„Mich fasziniert vor allem das kreative Anrichten“ Konzentration aufs Kochen: Vivien Steinmair mit Teamkollege Carlos Leon Jacob. Foto: VKD/Grundrausch

Wir stellen die Mitglieder der deutschen Köche-Jugendnationalmannschaft vor: Mit nur 23 Jahren hat Vivien Steinmair bereits ihre zweite gastronomische Ausbildung erfolgreich absolviert. Die Köchin und frisch gebackene Restaurantfachfrau arbeitet aktuell in den gastronomischen Betrieben ihrer Familie in Bad Salzuflen. 

Vivien Steinmair Foto: VKD/Grundrausch
Foto: VKD/Grundrausch

Text Aina Keller

Hallo Vivien, wie bist du zur Köchenationalmannschaft gekommen? 

Mein ehemaliger Berufsschullehrer stand im Kontakt mit der Mannschaft, die vor einigen Jahren noch in verschiedenen Berufsschulen trainiert hat und auch in Detmold zu Gast war. Eigentlich durfte niemand dabei sein,aber wir haben heimlich aus dem Büro meines Lehrers mit reingeschaut. Vorher wusste ich gar nicht viel darüber, aber ich fand es sofort spannend. Mein Lehrer hat dann Fotos von unseren Arbeiten an die damalige Teamkapitänin Anne Kern geschickt und sie hat mich darin bestärkt, mich für die Mannschaft zu bewerben.  

Und warum bist du geblieben?  

Mir gefallen vor allem das Teamgefühl und die Kommunikation untereinander. Wir arbeiten alle in komplett unterschiedlichen Betrieben, vom Sternerestaurant bis zur gutbürgerlichen Küche. Dieser Austausch von Rezepten, Techniken und Ideen ist unglaublich wertvoll.  

Wolltest du schon immer beruflich in die Gastronomie? 

Foto: VKD/Grundrausch
Foto: VKD/Grundrausch

Ja, aufgrund der Selbstständigkeit meiner Eltern war das schon früh klar. Ursprünglich hatte ich überlegt, Hotelmanagement zu studieren oder eine kaufmännische Ausbildung zu machen. Da in unserer Familie niemand aus der Küche kommt, habe ich im Sternerestaurant von Jan Diekjobst ein Praktikum gemacht – völlig ohne Küchenerfahrung – und nach drei Tagen war für mich klar: Das macht richtig Spaß. Und so habe ich die Kochausbildung begonnen. Mich fasziniert bis heute vor allem das kreative Anrichten beim Fine Dining und mich begeistert, wie einzelne Komponenten zusammenpassen, geschmacklich, von der Textur her und optisch. 

Wenn du freie Wahl hättest: Womit würdest du kochen und was würdest du selbst gern essen?  

Ich war in meiner Ausbildung lange in der Patisserie und auf dem kalten Posten, das hat mich geprägt. Deshalb würde ich wahrscheinlich zu Obst, Schokolade oder Nougat greifen und daraus etwas Süßes entwickeln. Für den Wettbewerb hoffe ich deshalb auch auf einen Teamplatz in der Patisserie. Essen tue ich eigentlich alles gern, aber Fleisch darf schon dabei sein. Ganz ohne Fleisch wäre schwierig.  

Du hast schon Wettbewerbserfahrung – unter anderem bei der Deutschen Jugendmeisterschaft. Wenn du an Luxemburg denkst, was erwartest du? 

Ich kenne bisher hauptsächlich Einzelwettbewerbe oder maximal einen Zweier-Wettkampf. Zu sechst in einer Box zu stehen, das wird eine Herausforderung, zum Beispiel, wenn es um Platz und Zeitmanagement geht. Wer geht wann an den Herd? Wer braucht den Ofen? Dann kommt es auf eine gute Vorbereitung, Timing und Teamarbeit an. Das wird bestimmt spannend und aufregend.  


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