„Wenn wir unser Bestes geben, ist das Entscheidende erreicht“ Isabelle Lorenz engagiert sich im Team Germany. Fotos: Dehoga/Thomas Fedra, VKD/Hilger

Bevor es für sie im November nach Luxemburg zum Culinary World Cup 2026 geht, stellen wir die Mitglieder der deutschen Köche-Jugendnationalmannschaft vor. Diesmal: Teamcaptain Isabelle Lorenz.

Interview Aina Keller

Isabelle Lorenz ist 22 Jahre alt, kommt ursprünglich aus Brandenburg und arbeitet aktuell als Commis de Cuisine im Sternerestaurant Jellyfish in Hamburg. In der Köche-Jugendnationalmannschaft bildet sie gemeinsam mit Dennis Schneider das Teamcaptain-Duo und führt in dieser Funktion die Mannschaft zum Culinary World Cup nach Luxemburg im November.  

Isabelle, wie war dein Weg in die Profiküche?  

Ursprünglich wollte ich Kunst studieren, habe dann aber gemerkt, dass ich etwas Praktisches machen möchte. Kochen war für mich der Beruf, der Kreativität und Handwerk am ehesten miteinander verbindet. Im Telegraphenamt in Berlin habe ich als Aushilfe angefangen und dann die Ausbildung begonnen, weil es mir einfach gefallen hat. Beim Kochen fasziniert mich vor allem der handwerkliche Aspekt. Wenn ich etwas zum ersten Mal mache oder eine neue Technik ausprobiere und es funktioniert, dann ist das ein richtig gutes Gefühl. Vor ein paar Jahren wusste ich nicht mal, dass es das gibt, und plötzlich kann ich es selbst umsetzen. Außerdem weiß man, dass man seinen Job richtig macht, wenn jemand das Essen probiert und sagt, dass es gut ist. 

Mit welchen Zutaten kochst du am liebsten und was isst du selbst gern?  

Ich arbeite sehr gerne mit Gemüse. Ich finde, da steckt unglaublich viel Vielfalt drin. Eine Lieblingszutat habe ich gar nicht, es gibt einfach zu viele spannende Lebensmittel und Möglichkeiten. Wenn es ums Essen geht, bin ich ganz klassisch bei Gerichten aus der Kindheit, zum Beispiel Braten von meiner Oma. Ich komme aus der Spreewald-Region, das heißt, eingelegte Gurken gab es bei uns in allen Varianten. Die esse ich bis heute sehr gern. 

Wie bist du zum Team Germany gekommen und was gefällt dir daran? 

Die Idee kam von meinem ehemaligen Ausbilder Tobias Laabs, er schlug vor, dass ich zu einem Probetraining nach Teltow komme. Eigentlich wollte ich mir das nur anschauen, aber dann hat es mir so viel Spaß gemacht, dass ich geblieben und Teil des Teams geworden bin. Am Arbeiten mit der Mannschaft schätze ich vor allem den Austausch. Da sind viele Leute in meinem Alter, die alle dasselbe Interesse haben und gemeinsam an einem Ziel arbeiten. Jeder kann etwas anderes gut und man lernt jedes Mal voneinander. Das bringt einen weiter. Und anders als beim Einzelwettbewerb liegt der ganze Druck bei der Competition nicht auf mir allein, sondern es verteilt sich im Team. Wenn etwas Unvorhergesehenes passiert, gibt es die Mannschaftsmitglieder, die helfen und unterstützen können. Jeder hat den Rücken des anderen und das gibt mir ein gutes Gefühl. 

Bald steht Luxemburg als Teamwettbewerb an. Was erwartest du?  

Noch kann ich es mir nicht so recht vorstellen, aber ich glaube, es wird intensiv, stressig, aber auch aufregend. Auf jeden Fall bin ich sehr gespannt auf das, was kommt. Es wird sicher eine besondere Erfahrung, die in Erinnerung bleibt. Natürlich freut man sich über Gold, aber am Ende ist für mich wichtiger, dass wir eine Leistung zeigen, auf die wir selbst stolz sind. Wenn wir unser Bestes geben, ist das Entscheidende erreicht.  

Letzte Frage: Hast du ein Vorbild in der Küche? 

Ein einzelnes Vorbild habe ich nicht. Während meiner Ausbildung hat mich Tobias Laabs geprägt, ich fand immer beeindruckend, wie er arbeitet und habe einiges von ihm übernommen. Grundsätzlich nimmt man sich aber von jeder Köchin und jedem Koch, den man trifft, etwas mit und entwickelt daraus seinen eigenen Stil. Bei Instagram oder bei eigenen Restaurantbesuchen schaut man sich einzelne Ideen oder Komponenten an, die andere machen. Ich koche selten komplette Rezepte nach, sondern lasse mich eher davon inspirieren, um dann etwas Eigenes daraus zu entwickeln. 

Ähnlich ist es auch bei der Entwicklung von Rezepten innerhalb des Nationalteams. Oft bringt jemand eine Idee mit und gemeinsam wird daran weitergearbeitet. Manchmal wird ein Gericht komplett verändert sowie verbessert und beim nächsten Training sieht es ganz anders aus als am Anfang. Genau das bringt uns als Mannschaft weiter. 

Vielen Dank. 

National Culinary Team Germany     Team-News


Die deutsche Köchenationalmannschaft wird unterstützt von den Unternehmen Transgourmet Deutschland, AMT Gastroguss, MKN, Victorinox, Ecolab, Kentaur und SIKA.


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