„Das Arbeiten im Ehrenamt ist ein Gewinn“ Teil des Teams: Vincent Schöner (links). Foto: VKD

Der gebürtige Regensburger Vincent Schöner arbeitet seit Jahresbeginn im kleinen französischen Restaurant Marie in Hannover, aktuell als Gardemanger und Pâtissier. Nach einem guten Fundament seiner Ausbildung wollte der 22-Jährige gezielt in die gehobene Gastronomie wechseln.

Text Aina Keller

Hallo Vincent, wolltest du eigentlich immer schon Koch werden? 

Vincent Schöner Foto: VKD/Grundrausch
Foto: VKD/Grundrausch

Nicht ganz. Ich habe tatsächlich zuerst Jura studiert, aber als ich meine erste Hausarbeit schreiben musste, habe ich gemerkt: Das ist es nicht. Ein Praktikum in der Küche hat mir dann sofort viel besser gefallen und kurz darauf begann ich meine Kochausbildung in einem Brauereigasthof bei Regensburg. Das war eine sehr gute Schule, das Team war stark und ich habe ein solides Fundament aufgebaut. Am Kochberuf gefällt mir besonders, dass man direkt ein Ergebnis seiner Arbeit sieht. Man ist kein kleines Zahnrad im Büro, sondern arbeitet mit den Händen und schafft etwas Konkretes. Diese Direktheit, ob es gut oder schlecht ist, sieht man sofort, das gefällt mir. 

Wenn du die freie Wahl hättest: Womit würdest du kochen und was würdest du selbst gern essen? 

Ich bin ein großer Fan von regionalen Produkten. Besonders gerne arbeite ich mit Kohl in allen Varianten. Und ich mag Süßwasserfische sehr, ein guter Stör aus einer nachhaltigen Zucht zum Beispiel ist etwas Feines. Privat mag ich selbst gern etwas Einfaches, etwas Bodenständiges. Eine gute Currywurst kann genauso viel Spaß machen wie Fine-Dining. 

Wie bist du zur Mannschaft gekommen? 

Foto: VKD/Grundrausch
Foto: VKD/Grundrausch

Ich habe bei einem regionalen Jugendwettbewerb in Regensburg teilgenommen, bei dem ich den damaligen Teamkapitän der Köchenationalmannschaft und Juror Anton Stumpf kennengelernt habe. Er hat mich danach angesprochen und den Kontakt zum Team hergestellt. Ich finde es besonders spannend, auch außerhalb des Betriebs Neues zu lernen, so ganz ohne den klassischen Service-Stress. Man hat Zeit, Dinge auszuprobieren, neue Rezepte zu entwickeln und sich weiterzuentwickeln. 

Das Arbeiten im Ehrenamt ist aus meiner Sicht ein Gewinn, man nimmt unglaublich viel mit, sowohl fachlich als auch persönlich. Und wenn der Arbeitgeber hinter diesem Engagement steht, profitieren beide Seiten davon. Gerade wenn man länger im Betrieb ist, kann schnell Betriebsblindheit entstehen und mit den Erfahrungen aus den Trainings kommt ein bisschen frischer Wind zurück in die eigene Küche. 

Wenn du an Luxemburg denkst – was erwartest du?
Ich glaube, es wird ein bisschen chaotisch, denn schließlich kochen wir alle zum ersten Mal so einen großen Wettbewerb. Aber ich bin sicher, es wird auch eine richtig coole Woche.Wir lernen viele neue Leute kennen, wachsen als Team zusammen und werden uns alle extrem reinhängen. Gold ist natürlich immer das Ziel, das sollte es auch sein. Aber am Ende schauen wir, was möglich ist. 

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