Team Captain Dennis Schneider war 2025 beim Pokalfinale des DFB mit dabei. Fotos: VKD
Bevor es für sie im November nach Luxemburg zum Culinary World Cup 2026 geht, stellen wir die Mitglieder der deutschen Köche-Jugendnationalmannschaft vor. Diesmal: Teamcaptain Dennis Schneider.
Interview Aina Keller
Dennis Schneider aus dem Saarland ist 22 Jahre alt und aktuell in der Seezeitlodge am Bostalsee als Chef de Partie auf dem Gardemanger-Posten beschäftigt, zuständig für Vorspeisen und Salate. In der Köche-Jugendnationalmannschaft bildet er gemeinsam mit Isabelle Lorenz das Teamcaptain-Duo und führt in dieser Funktion die Mannschaft zum Culinary World Cup nach Luxemburg im November.
Dennis, wie war dein Weg in die Profiküche?
Begonnen habe ich meine Ausbildung bei der Victor’s Group in Saarbrücken. Später bin ich zur Seezeitlodge gewechselt und habe dort auch meinen Abschluss gemacht. Tatsächlich wollte ich nicht immer Koch werden, sondern nach dem Abitur ursprünglich Lehramt für Geschichte und Biologie studieren. Um mir das Studium zu finanzieren, bin ich in die Systemgastronomie gegangen und so bin ich in der Küche „gelandet“. Kochen war also eher ein Notfallplan. Aber rückblickend würde ich sagen: Es ist ziemlich gut gelaufen. Das Studium ist nicht unbedingt komplett vom Tisch. Vielleicht kommt irgendwann noch etwas wie Lebensmitteltechnik oder eine andere Weiterbildung dazu. Aber aktuell ist Kochen definitiv das, was ich machen möchte.
Mit welchen Zutaten kochst du am liebsten und was isst du selbst gern?
Ganz klar koche ich am liebsten mit Butter. Warum? Ich habe die klassische französische Küche gelernt und da heißt es eben: Butter, Butter, Butter. Sie bringt Geschmack, Konsistenz und eine gewisse Tiefe ins Gericht. Natürlich rede ich nicht von riesigen Mengen, aber eine kleine Flocke Butter kann geschmacklich einen großen Unterschied machen. Und wenn ich mich für ein Essen entscheiden müsste, das ich gern esse, dann Dippelappes – im Saarland auch „Schales“ genannt. Das ist ein traditionelles Gericht aus Kartoffelteig mit Lauch und Speck, das gebraten wird. Ein echtes Stück Heimat.
Wie bist du zum Team Germany gekommen und was gefällt dir daran?
Angefangen hat alles mit einem Bewerbungstraining im November 2024, kurz nach der Deutschen Jugendmeisterschaft, in deren Jury Luca Marie Böttner und Paul Neitemeier quasi als Scouts dabei waren. Nach dem Training hat sich das Ganze Schritt für Schritt weiterentwickelt bis zu dem Punkt, an dem wir heute stehen. Wir sind eine lustige, sehr enge Truppe. Da wir im Prinzip alle neu sind, lernen wir gemeinsam. Jeder bringt etwas Eigenes mit, die Persönlichkeit, einen besonderen Dialekt oder spezielle Stärken. Genau das macht uns aus.
Du kennst Einzelwettbewerbe – bald steht Luxemburg als Teamwettbewerb an. Was erwartest du?
Ich vermute, der Culinary World Cup wird reizüberflutend sein. Waren es bei nationalen Wettbewerben eine Handvoll oder maximal 17 Teilnehmende, sprechen wir in Luxemburg über mehr als 40 Nationen. Da wird alles größer, hektischer, internationaler. Aber wir sind gut vorbereitet und das bestmögliche Ergebnis ist natürlich immer das Ziel. Als Team sind wir noch sehr frisch dabei und deshalb ist Luxemburg für uns besonders wichtig, um Erfahrung zu sammeln, auch im Hinblick auf die IKA/Olympiade der Köche 2028 im eigenen Land.
Kulinarisch möchten wir Deutschland gut vertreten. Da wir aus verschiedenen Regionen kommen, greifen wir regionale Klassiker auf, beispielsweise einen sächsischen Semmelknödel, und interpretieren sie mit einer klaren eigenen Identität.
Letzte Frage: Gibt es einen Koch oder eine Köchin, mit dem oder mit der du gern mal kochen oder essen würdest?
Es gibt viele spannende Persönlichkeiten in der Branche. Wenn ich jemanden nennen müsste, dann vielleicht Tim Raue. Ich habe ihn zwar noch nicht persönlich kennengelernt, aber ich finde seine Art sehr beeindruckend, direkt und authentisch.
Vielen Dank.
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