Manche mögen’s wild! Guter Heinrich: Der "wilde Spinat" ist keineswegs Unkraut. Foto: Adobe Stock + Mitglieder erfahren mehr

Was sich hinter dem Wildgewächs Guter Heinrich verbirgt, wie man ihn zubereitet und was er für Wunderwirkungen haben soll, erklärt VKD-Ernährungsexperte Siegried Wintgen.

Von Anna Häuser

Inmitten von Unkrautbeständen der ländlichen Regionen Mitteleuropas kann man ihn finden – den Guten Heinrich. Wie wild wächst die Pflanze an Straßenrändern, auf Wiesen, in der Nähe von Viehställen, an Mauern und in den Bergen. Doch die kräftige Staude ist viel zu schade um sie nur zu rupfen und dann zu kompostieren. Guter Heinrich – oder wie er in der Fachliteratur bezeichnet wird Chenopodium bonus – henricus – können Köche wie Spinat verwenden und ist im Gegensatz zu den meisten Gemüsepflanzen mehrjährig. Das frühere Allerweltskraut  steht heute in vielen Bundesländern als „gefährdet“ auf der roten Liste. Der Grund: Weil Dörfer immer mehr verstädtern, fehlt dem Gewächs der Raum zum Wachsen. Doch das vermeintliche „Unkraut“ ist sowohl in der Küche als auch in der Heilkunde ein echter Alleskönner.

Um die ungewöhnliche Namensgebung des Guten Heinrich ranken sich Legenden – seine heilende Wirkung spielt hier jedoch eine große Rolle. So soll er beispielsweise verdauungsanregend, entwässernd, stoffwechselanregend, stärkend oder blutreinigend wirken und bei Atemwegsverschleimungen und chronischen Hautkrankheiten helfen. Da Guter Heinrich aber auch Oxalsäure enthält, die Calciumoxalate ausbildet und die Nieren belasten kann, ist er trotzdem mit Vorsicht zu genießen.

Das „Unkraut“ mit dem ungewöhnlichen Namen bietet in der Küche eine willkommene Alternative zu Spinat und ist als Blattgemüse universell nutzbar. Siegfried Wintgen, VKD-Mitglied, Ernährungsberater und Gesundheitswissenschaftler aus Österreich, empfiehlt den Guten Heinrich beispielsweise zu dünsten, zu schmoren, zu überbacken oder als Füllung zu verwenden. Auch mariniert und eingelegt wie Sauerkraut könnten Köche die Staude genießen. Und selbst der Anbau entfalle – ein Spaziergang auf dem Land genüge völlig um sich eine Portion von dem „Feldspinat“ zu pflücken – zumindest für den Gebraucht in kleinen Mengen.

 

So wird’s verarbeitet:

• Als Blattgemüse universell nutzbar

• Gedünstet, geschmort, überbacken, als Füllung

• Mariniert, eingelegt wie Sauerkraut

 

So wirkt’s auf den Körper:
  • Verdauungsanregend
  • Blutreinigend – Saponine lösen Schleime auf
  • Bei Atemwegesverschleimungen (Saponine, Vitamin C)
  • Bei chronischen Hautkrankheiten (Umschläge mit Pflanzenbrei)
  • Stärkend, aufbauend (Proteinreiche Samen, heiß waschen vorher – Saponine)
  • Blutbildend (Eisen)
  • Entwässernd (Kalium)
  • Stoffwechselanregend (Omega Fettsäuren, Proteine, Saponine)
  • Achtung: Oxalsäure (bildet Calciumoxalate aus, belastet die Nieren, Calcium
    dann nicht verfügbar)

 

Das Blattgemüse ist ein echter Allrounder und kann vielseitig in der Küche eingesetzt werden – zum Beispiel als Zutat in Fingernudeln. Das Rezept dazu gibt’s im Mitgliederbereich.


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