Als kulinarischer Zigeuner die Welt bereisen Zehn Länder Asiens hat der junge Koch Bruno Ebermann bereist. Foto: Philipp Sommer

Ein Jahr lang ist Bruno Ebermann kochend durch zehn Länder Asiens gereist. Davon berichtet er in einer neuen Serie auf der VKD-Website.

Von Sonja Kuhl

„Als Koch kann man überall arbeiten. Ihr müsst nur in den Flieger einsteigen.“ Das erzählt Bruno Ebermann immer, wenn er mit jüngeren Kollegen spricht. Und er weiß genau, wovon er redet. Ob Sterneküche im Schwarzwald, in London oder St. Moritz, Coffeeshop mitten im australischen Outback oder Casual Fine Dining in einem koreanischen Restaurant in Berlin – mit seinen gerade einmal 26 Jahren hat Bruno Ebermann schon an etlichen Orten und in ganz unterschiedlichen Küchen auf der ganzen Welt mit Kochen Geld verdient. Seine bisher größte Reise hat er im Sommer 2017 beendet. Ein Jahr lang reiste er als Koch-Praktikant durch zehn Länder in Asien. Davon berichtet er in einer neuen Serien auf der VKD-Website.

Bruno Ebermann war 15, als er seine Kochausbildung begann. Seine Eltern betreiben das Restaurant Linde in Oberboihingen bei Stuttgart, die Familie lebt im selben Gebäude. So ist er quasi in der Gastronomie aufgewachsen „Mir hat sich die Frage gestellt: Gibt’s noch was anderes?“, erinnert sich Ebermann. Er absolvierte ein Praktikum als Automobilkaufmann und KFZ-Mechatroniker. Aber: „Kochen machte mir am meisten Spaß.“ Außerdem wollte Ebermann die Welt bereisen. So stand seine Entscheidung fest.

2010 beendete er seine Kochausbildung im Schwarzwald. „Als Azubi bekommt man quasi die Grundausbildung. Danach hat man es in der eigenen Hand, wie man sich weiterentwickelt“, findet Ebermann. Ob Restaurant, Catering, Airline oder Schiff – Köche könnten die Karriereleiter überall schnell hochklettern.

Bruno wollte Reisen. Mit 18 ging er nach England. Er sprach kaum Englisch, kam jedoch mit seinen Grundkenntnissen gut durch – und fand schon nach kurzer Zeit seinen ersten Job. „Das war bei meinen Stationen immer so. Ob in Küchen in England, Schweiz, Australien, Deutschland oder in Asien – man ist sehr flexibel. Ich könnte morgen ins Auto einsteigen, nach Kopenhagen fahren und dort arbeiten“, sagt Bruno. Eine solche Freiheit gebe es in kaum einen anderen Beruf.

In London arbeitete er zum ersten Mal in einer Küche mit Leute aus aller Welt zusammen. Der Küchenchef stammte aus Malaysia, der Souschef aus Indonesien, weitere Köche aus Österreich, Indien, Südafrika und Marokko. Aber nicht nur die gute Organisation und Struktur dort haben ihn beeindruckt. Das Personalessen hatte für ihn den Wow-Effekt. „Curry aus Indien, Kaiserschmarrn aus Österreich, Roast Ribs aus Südafrika: Da habe ich gemerkt, dass man überall auf der Welt gut essen kann.“

In London und während späteren Stationen in Melbourne und Berlin knüpfte Bruno Kontakte nach Asien, ging mit Kollegen in der Londoner China Town essen. Sie brachten ihm die asiatische Küche näher. Seine erste Ramen-Suppe beschreibt er als einen „kulinarischen Schlag ins Gesicht“. „Das war eine Geschmacksbombe“, erklärt er. Umami habe er bis dahin nicht gekannt. Kein Wunder also, dass nach solchen Eindrücken eine Asienreise auf seiner Liste stand . Dennoch zog es Bruno zunächst nach Australien. Tausende Kilometer hat er dort mit einem Campervan zurückgelegt, Reisen und Arbeit in Küchen kombiniert.

Immer wieder machte er Halt bei seinen Eltern in Oberboihingen, unterstützte sie aufgrund von Personalknappheit. Es mache immer wieder Spaß, mit der Familie zu arbeiten, sagt er. Nicht zuletzt konnte Bruno dort auch seine Reisekasse aufbessern. Immerhin stand ihm mit der Asienreise ein Jahr Lohnausfall bevor. So arbeitete er als freiberuflicher Koch in Berlin, in Catering Unternehmen und großen Hotels und sparte sich damit die benötigte Summe an.

Im September 2016 ging es dann los. Er griff zurück auf Kontakte von Kollegen aus Seoul, die er in Berlin kennengelernt hatte. Die vermittelten ihm den ersten Arbeitsort in Süd-Korea. Mit den Erlebnissen aus diesem Land startet VKD-Mitglied Bruno Ebermann seinen zehnteiligen Bericht aus Asien. Und darin wird immer wieder deutlich, wie gute Kontakte einem Tür und Gaumen öffnen können.

 

Über Bruno Ebermann:

Bruno Ebermann, aufgewachsen als Sohn eines Gastronomenpaars, absolvierte seine Kochausbildung im Schwarzwald. Schon früh stand für ihn fest, dass er kochend die Welt bereisen möchte. So arbeitete er unter anderem in Sterneküchen im Schwarzwald, in London und St. Moritz, in einem Coffeeshop mitten im australischen Outback, einem American Style Steak House in Melbourne, dem schwäbischen Gasthof seiner Eltern bei Stuttgarter sowie im Casual Fine Dining in einem koreanischen Restaurant in Berlin. 2016 hat er seine Reise durch zehn Länder Asiens gestartet. In einer Serie berichtet er davon auf der VKD-Website sowie unter www.theculinarygypsy.com.


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